Ellhofen
Um die Wende des 10. Jahrhunderts wurde Ellhofen besiedelt. Eine erstmalige, wenn auch indirekte Erwähnung gibt es in einer Urkunde aus dem Jahr 872, in dem ein gewisser Bauer namens „Ello“ einen Landtausch vertraglich abschließt. Vor dem Jahr 1300 wird in Ellhofen eine Burg gebaut: der Wohnsitz des Ritters Hermann von Elnhoven. 1446 erlischt dieses Geschlecht wieder und die Herrschaft geht 1452 an die Herren von Weiler, 1462 an die Grafen von Montfort Rothenfels und 1466 an den reichen Ravensburger Kaufmann Wilhelm von Neidegg (in dessen Zeit In ihrer Zeit wird die erste Kirche aus Stein mit Turm gebaut). Ab 1562 hatte der Deutschorden in Ellhofen das Sagen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Ellhofen zweimal völlig zerstört. 1805 fiel Ellhofen an Bayern. Mit dem 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde dem Markt Weiler-Simmerberg angegliedert.
Urkundlich wird eine Pfarrei erstmals im jahr 1275 erwähnt. Nach der furchtbaren Pestepidemie 1635, bei der Ellhofen fast ausgestorben war, wurde die Pfarrei vorübergehend vom benachbarten Röthenbach betreut. Heute gehört die Pfarrei Ellhofen zur Pfarreiengemeinschaft Weiler.
Ein im Rahmen der letzten Renovierung freigelegtes gotisches Sakramentshäuschen mit der eingemeißelten Jahreszahl 1468 lässt den Kirchenbau in diese Jahre datieren, der Schlussstein des gotischen Gewölbes mit dem Drei-Sterne-Wappen derer von Neidegg benennt wohl die Bauherren. Die damalige gotische Architektur lässt sich da und dort noch erkennen, hat jedoch weitgehend dem Heutigen aufgrund der zerstörerischen Brände des Dreißigjährigen Krieges Platz gemacht. 1860 wurde eine wesentliche Neugestaltung des Kirchenraumes vorgenommen, bei der auch der heutige Hochaltar eingebaut wurde, eine Mischform aus Byzantinismus und Neo-Romantik. Beeindruckend sind die zehn Apostelbilder und die 14 Kreuzwegstationen aus dem selben Jahr. 1896 kam bei einer umfassenden Kirchenrestaurierung das große Deckengemälde aus der Hand des Historienmalers Gebhard Fugel dazu: „Die Pauluspredigt in Athen“, ebenso wurden die beiden Seitenaltäre im Stil der Zeit erneuert. Bemerkenswert sind an der Nordwand die Figuren des Hl. Petrus (14. Jhdt.) und der hl. Ottilie (15. Jhdt.), die „Christus, den Auferstandenen“ (17. Jhdt.) flankieren und gegenüberliegend eine Pietá aus dem 18. Jahrhundert. Blickfänge sind ferner der Taufstein und die Grabplatten derer von Ellhofen. Eine umfassende Innenrenovierung wurde im Jahr 1989 abgeschlossen.
Aufgrund der Verlängerung des Kirchenschiffes im Jahr 1854 musste der Kirchturm um 12 Meter erhöht werden, so dass es bis zum Dachreiter heute 36,5 Meter sind. Es krönt ihn ein Satteldach mit glasierten Ziegeln, wie es in der näheren Umgebung einzigartig ist. In der Glockenstube hängen 6 Glocken, von denen drei die beiden Weltkriege überstanden haben, drei im Jahr 1958 neu hinzugekommen sind. Im Außenbereich ist besonders das Fresko „Christus am Ölberg“ zu nennen, das 1919 vom Vater eines gefallenen Soldaten zu dessen Andenken und dem aller übriger Gefallener von Ellhofen gestiftet wurde.
Quelle: Gerd Zimmer: Pfarrkirche St. Peter und Paul Ellhofen im Allgäu. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg. 1. Auflage 1998.

