Simmerberg
Simmerberg wird erstmals 1393 urkundlich erwähnt gewann aber erst mit dem Übergang in das Habsburger Reich im Jahr 1523 als Sitz eines „Salzfaktors“ und als „Salzumschlagplatz“ an der Tiroler Salzstraße an Bedeutung. So wuchs der Wohlstand des Dorfes und man strebte auch im kirchlichen Bereich eine gewisse Selbständigkeit an.
1665 konnte mit dem Bau der sogenannten Jesu Maria und Josef-Kapelle begonnen werden. Sie wurde im Jahr 1666 geweiht und gilt als Vorgängerbau der jetzigen Kirche. Über die Zeit hinweg reichte dieser bescheidene Gottesdienstraum allerdings nicht mehr aus, so dass an Vergrößerungen gedacht wurde. Doch erst im Jahr 1806 konnte ihr Nachfolgebau, die heutige Pfarrkirche St. Joseph mit ihrem 35 Meter hohen Turm, geweiht werden. Ab dem Jahr 1910 sorgte ein „Pfarrverein“ für die Schaffung aller Voraussetzungen für die Abtrennung Simmerbergs von der Urpfarrei Weiler, die allerdings erst im Jahr 1920 vollzogen wurde. Seither ist die Pfarrei Simmerberg zwar eigenständig, seit Gründung der Pfarreiengemeinschaft Weiler aber ein Teil derselben. Heute bereichert Simmerberg diese Pfarreiengemeinschaft nicht zuletzt durch das im Jahr 2017 errichtete Pfarrheim St. Joseph.
Von besonderer Bedeutung sind im Inneren der Pfarrkirche neben der großartigen Einzelplastik der frühgotischen „thronenden Madonna“ (geschaffen um 1330 und vermutlich im Zuge der Säkularisation aus dem Kloster Mehrerau nach Simmerberg gekommen) die drei großen Holzplastiken der hl. Barbara (mit Schwert und Kelch), der hl. Katharina (mit Schwert und Buch) und des hl. Sebastian (angebunden und mit Pfeilen beschossen) vom Ende des 15. Jahrhunderts. Zuletzt wurde die Pfarrkirche in den Jahren 1991/92 unter Aufbietung großer finanzieller Mittel und unzähliger Arbeitsstunden innen sorgfältig restauriert.
Quelle: Matthias Baumgartner: Pfarrkirche St. Joseph Simmerberg. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg. 1. Auflage 2025.
Dr. Georg Wagner: Simmerberg – Chronik einer kleinen Pfarrei im Westallgäu. 1. Auflage 2000.


